Presse – Randale am Strand von Rumble On The Beach – Weser Kurier Bremen 1993

Randale am Strand -Wirtschaftswunder-

Kinder Marc, Frank und Ohlly (von links) — rockin‘!

„Rumble On The Beach" rocken durch ihre Kindheit
„Rumble On The Beach“ rocken durch ihre Kindheit

Weser Kurier 28. November 1993
„Rumble On The Beach“ rocken durch ihre Kindheit
Babysitter-Boogies
Als Paul Würges 1957 „Die Boys und ihre Babys“ zum Rock ’n‘ Roll bat und Conny Froboess ein Jahr später den „Glockengiesser Rock“ trällerte, waren Ohlly, Marc und Frank noch nicht auf dieser Welt. Ohlly lernte diese Perlen der Wirtschaftswunder-Schla-gerparaden im zarten Alter von sechs Jahren kennen. Damals schenkte ihm seine nichtsahnende Mutter einen alten Plattenspieler und 50 Singles. Die Spätfolgen dieses einschneidenden Ereignisses können sich Fans von „Rumble On The Beach“ heute in den CD-Player legen. „Randale am Strand“ heißt die heiße Scheibe: eine liebevoll gestaltete „Rumble“-CD mit 17 Cover-versionen deutschen Liedguts aus den Jahren 1957 bis 1962. Der „Susie Rock“ von Peter Kraus, „Der Mann im Mond“ von Gus Backus oder Ted He-rolds Elvis-Abklatsch „Ich brauch‘ keinen Ring“ — mit diesen Songs ist Conny Fro-boess-Schwärmer Ohlly aufgewachsen.

Randale am Strand

Als er seinen Kumpels von „Rumble On The Beach“ vor vier Jahren zum erstenmal vorschlug, ein paar davon zu spielen, stieß er zunächst auf Ablehnung. Doch nach der letzten Tournee und den geplatzten Perspektiven einer US-Karriere (bei Marc und Frank kam die Familienplanung ‚dazwischen, Ohlly verbringt nur noch seine musikalische Freizeit in Kalifornien) war die Luft aus dem alten „Rumble“ -Konzept raus. „Wir waren auf der Suche nach was Neuem“, gesteht der Gitarrist. Da kam sein Spleen für die naiven Lieder mit dem Babysitter-Boogie-Charme gerade recht. Die Bearbeitungen und die Aufnahmen im Nord-bremer Sundance-Studio wur-den zum idealen Durchlaufer-hitzer. Ohlly: „Wir hatten das erste Mal seit langem wieder den Mega-Spaß im Studio. Dreiviertel der Stücke sind First Takes!“ Mal versingt er sich, mal muß er spontan lachen — all das wurde nicht korrigiert, „weil das Feeling stimmte“.

Gäste sind Exbassist Andy Merck und Akkordeon-spielerin Gudrun Struck, die im Gus-Backus-Countrysong „Ich steh‘ an der Bar und habe kein Geld“ quetscht. Im „Susie-Rock“ überzieht Ohlly den Gesang parodi-stisch. Doch sind die meisten Fassungen keineswegs als Parodie gemeint. Der Rock-’n‘-Roll-Dreier gibt einigen Nummern kräftig die Sporen —„Brauner Bär und weiße Tau-be“ erreicht im Refrain beinahe „Purple Rain“-Qualität. Ge-gen Kritiken sind die Bremer gewappnet: „Viele werden uns verreißen, weil die ‚Toten Hosen‘ schon mal was Ähnliches gemacht haben. Für uns zählt der persönliche Aspekt.

Selbst wenn die Scheibe uns vom Image her das Genick bricht: Sie hat Spaß gemacht!“

Wie’s weitergeht, wollen „Rumble“ nach der Randale-Tour entscheiden — ab Februar ’94 unter deutschen Dächern. scha